Hunderassen

Es gibt so viele Hunderassen, dass es sogar Hundefreunden schwerfällt, den Überblick zu behalten. Um Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich über die vielen unterschiedlichen Hunderassen zu informieren, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Ihnen die verschiedenen Rassen detailliert vorzustellen. So können Sie die für Sie passende Rasse heraussuchen oder einfach in Ruhe stöbern. Dabei gehen wir in unseren Rasseporträts sowohl auf die Geschichte der jeweiligen Hunderasse als auch auf deren charakteristischen Eigenschaften sowie weitere Besonderheiten ein.

Beliebte Rassen

Wie definiert man Hunderassen?

Hunderassen werden oft von Organisationen definiert. Geltende Regeln und Normen bestimmt dabei jede dieser Organisationen für sich. Allgemein üblich ist es, dass dabei je nach Hunderasse die Widerristhöhe, also grob gesprochen die Schulterhöhe, sowie Länge und Farbe des Fells oder die Gestaltung von Ohren und Schnauze eine Rolle spielen.

Um eine Rasse definieren zu können orientieren sich die meisten Organisationen an der Definition des Rassebegriffs nach Raymond Triquet. Triquet stellt eine Hunderasse als Gruppe von Individuen dar, die über gemeinsame Merkmale verfügen mit denen sie sich von anderen Vertretern ihrer Spezies abgrenzen. Auch die Vererbarkeit der jeweiligen Merkmale stellt nach Piquet ein entscheidendes Merkmal dafür dar, dass ein Individuum einer Rasse zugehörig ist. Zudem ist eine Rasse nach Piquet immer das Ergebnis einer gezielten Zuchtauslese, wohingegen eine Spezies auf natürlichem/evolutionellem Wege entsteht.

Bei der Abgrenzung zwischen verschiedenen Rassen innerhalb einer Spezies wird insbesondere auf äußerliche Merkmale wie die Widerristhöhe, die Fellänge und Farbe sowie die Gestaltung des Schwanzes und des Kopfes geachtet.

Rassehunde vs. Mischlinge: Was ist der Unterschied?

Beide Typen von Hunden haben ihre eigenen Vorzüge. Rassehunde bieten eine größere Vorhersehbarkeit hinsichtlich ihres Aussehens und Temperaments, während Mischlinge oft einzigartige Persönlichkeiten und eine robuste Gesundheit haben.

Rassehunde sind Hunde, die über mehrere Generationen hinweg gezielt gezüchtet wurden, um bestimmte körperliche und charakterliche Merkmale zu erhalten. Sie haben einen Stammbaum und sind oft in offiziellen Zuchtverbänden registriert. Diese gezielte Zucht ermöglicht es, relativ vorhersehbare Eigenschaften wie Größe, Felltyp, Temperament und gesundheitliche Anfälligkeiten zu bewahren.

Mischlinge sind das Ergebnis der Paarung von Hunden unterschiedlicher Rassen oder von nicht reinrassigen Eltern. Diese Hunde haben keinen offiziellen Stammbaum und ihre Merkmale können stark variieren. Mischlinge können eine faszinierende Kombination von Eigenschaften beider Elternteile aufweisen und sind oft genetisch vielfältiger, was sie widerstandsfähiger gegenüber bestimmten Erbkrankheiten machen kann.

FCI-Gruppen: Ein System zur Kategorisierung

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist der Weltverband der Kynologie, der 1911 gegründet wurde und heute über 100 Mitgliedsländer hat. Die FCI hat ein Kategorisierungssystem entwickelt, um Hunderassen basierend auf ihren ursprünglichen Aufgaben und gemeinsamen Merkmalen in verschiedene Gruppen einzuteilen. Insgesamt gibt es 10 verschiedene FCI-Gruppen. Jede Gruppe enthält Hunderassen, die zum selben Typ gehören und/oder die gleichen Merkmale haben. Zudem wird jede Gruppe noch in sogenannte Sektionen unterteilt, um zwischen ähnlichen Hunderassen besser differenzieren zu können.

Die FCI-Gruppen im Detail

Diese Gruppen helfen dabei, die Vielfalt der Hunderassen zu strukturieren und machen es einfacher, Rassen mit ähnlichen Eigenschaften und Verwendungszwecken zu vergleichen.

  1. Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  2. Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
  3. Terrier
  4. Dachshunde
  5. Spitze und Hunde vom Urtyp
  6. Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  7. Vorstehhunde
  8. Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
  9. Gesellschafts- und Begleithunde
  10. Windhunde

Diese Gruppen helfen dabei, die Vielfalt der Hunderassen zu strukturieren und machen es einfacher, Rassen mit ähnlichen Eigenschaften und Verwendungszwecken zu vergleichen.

Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 3

Gruppe 4

Gruppe 5

Gruppe 6

Gruppe 7

Gruppe 8

Gruppe 9

Gruppe 10

Hunde – die ältesten Begleiter des Menschen

Der Haushund ist nachweislich das älteste Haustier des Menschen. Schon vor Tausenden von Jahren haben die Vierbeiner ihre Menschen vor Raubtieren oder anderen Gefahren geschützt und ihnen bei der Jagd geholfen.

Wann genau der Mensch auf den Hund gekommen ist, steht nicht genau fest. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Domestizierung vor etwa 20.000 bis 40.000 Jahren stattgefunden haben könnte.

Keinerlei Zweifel gibt es an der Abstammung des Hundes von den Wölfen. Diese sollen in längst vergangenen Zeiten die Nähe menschlicher Siedlungen gesucht haben, um von der Wärme des Feuers und den Vorräten zu profitieren. Wahrscheinlich merkten auch die Menschen recht schnell, wie nützlich ihnen die Wölfe sein konnten.

Wie der Hund zum besten Freund des Menschen wurde

Durch ihre hervorragenden Instinkte waren Wölfe optimal als Helfer bei der Jagd und zum Schutz vor potenziellen Bedrohungen geeignet. So kam es in längst vergangenen Zeiten zu einer Art symbiontischer Beziehung zwischen Mensch und Tier. Wahrscheinlich wurden die Wölfe irgendwann so zahm, dass sie ihr gesamtes Leben bei den Menschen verbrachten. Die ersten richtigen Haushunde kamen schließlich aus Ostasien.

Ziemlich schnell fingen die Menschen damit an, Hunde für spezielle Aufgaben zu züchten, indem sie Hunde, die über gewünschte Eigenschaften verfügten, gezielt miteinander kreuzten.

Die ersten gezüchteten Hunderassen

Die erste Züchtung einer Hunderasse fand wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bereits während des Bronzezeitalters statt. Bei Grabungen konnten Forscher in einer prähistorischen Siedlung in der Schweiz Skelette von Haushunden freilegen. Die Schädel dieser sogenannten Torfhunde waren bereits etwas kleiner als die vergleichbarer Wolfsköpfe aus dieser Zeit. Vom Aussehen her dürften die Torfhunde am ehesten den heutigen Wolfsspitzen geähnelt haben.

Vielfalt der Hunderassen heute

Heutzutage gibt es um die 350 verschiedene Hunderassen. Jede von ihnen wurde zu einem speziellen Zweck gezüchtet. So wurden beispielsweise besonders kleine, kräftige und schnelle Rassen wie der Dackel gezüchtet. Diese sind mit ihrem hohen Jagdtrieb und ihrer ausgeprägten Selbstständigkeit dazu im Stande, Füchse oder Hasen in ihrem Bau aufzuscheuchen und/oder zu verfolgen. Andere Jagdhunde wiederum, wie der Labrador, wurden gezüchtet, um geschossenes Wild (überwiegend Enten) aus dem Wasser oder anderem unzugänglichen Gelände zu bergen und zu apportieren.

Anpassung an die Bedürfnisse der Menschen

Als der Mensch sich vom Jäger und Sammler zum Bauern und Viehhalter wandelte und sesshaft wurde, kamen die ersten Hütehunde auf. Die Aufgabe der Hütehunde war es, die Rinder, Schafe und Schweine zu schützen und zusammenzuhalten. Auch Wach- und Schoßhunde wie der Hovawart oder der Bolonka Zwetna wurden aus diesen Gründen gezüchtet.

Ihre spezifischen Eigenschaften haben die vielen verschiedenen Hunderassen bis heute behalten. Aus diesem Grund ist es für zukünftige Hundebesitzer besonders wichtig, sich ganz genau zu überlegen, für welche Rasse sie sich letztlich entscheiden. Die möglichen Kriterien bei der Auswahl der richtigen Rasse sind ebenso vielfältig wie die Hunderassen selbst.

Dabei spielen Faktoren wie Jagdtrieb, Temperament, Größe oder Sportlichkeit eine entscheidende Rolle, die nicht zu vernachlässigen ist. Heutzutage lebt in jedem siebten Haushalt mindestens ein Hund. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 6,8 Millionen registrierte Hunde, womit Deutschland eines der hundefreundlichsten Länder weltweit ist.

Bis heute leisten Hunde dem Menschen treuen und unersetzlichen Dienst. In den meisten Ländern sind Drogenhunde, Blindenhunde, Suchhunde, Sprengstoffhunde, Polizeihunde, Assistenzhunde und viele weitere vierbeinige Helfer im Einsatz, die an der Seite ihres Menschen durchs Feuer gehen würden.

Die Anfänge der Hundezucht

Wissenschaftler fanden heraus, dass bereits die Menschen der Bronzezeit anfingen, erste Züchtungen vorzunehmen. Dies lässt sich anhand von Knochenfunden belegen, die Forscher in der Schweiz fanden. Die dort gefundenen tierischen Schädel stammen von den ersten Haushunden und waren wesentlich kleiner als die der damals lebenden Wölfe.

Die Schädelfrakturen an einigen der gefundenen Schädel weisen zudem darauf hin, dass Hunde mit unerwünschten Eigenschaften kurzerhand getötet wurden, um eine Vererbung zu verhindern. Heute bezeichnet man die dort gefundenen Vorgänger der heutigen Haushunde als Torfhunde.

Diese waren schon damals verlässliche Begleiter bei der Jagd, hüteten das Hab und Gut und wurden darüber hinaus als Schlittenhunde eingesetzt.

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