Scheinträchtigkeit beim Hund erkennen

Unter welchen Umständen es zu einer Scheinschwangerschaft beim Hund kommen kann, wie Sie erkennen können ob Ihre Hündin Scheinträchtig ist und was Sie während dieser Zeit tun können und müssen erfahren Sie in diesem Artikel

Warum werden Hündinnen scheinträchtig?

Auch Hündinnen sind – wie andere weibliche Lebewesen auch – einem Hormonzyklus unterworfen, der in zusammenhang mit dem Eisprung steht. In der Regel werden Hündinnen zweimal im Jahr läufig. Die Läufigkeit ist die Zeit in der die Hündinnen Paarungsbereit und empfänglich für eine Befruchtung sind.

Während der Läufigkeit schüttet der Organismus große Mengen Östrogen aus um so den Eisprung auszulösen. Ist der Eisprung erstmal erfolgt produziert der Körper das Schwangerschaftshormon Progesteron.

Ist die akute Läufigkeit vorbei, ohne dass es zu einer Befruchtung kam reguliert sich der Hormonhaushalt bis zum auftreten der nächsten Läufigkeit wieder zurück.

Wie kommt es zur Scheinträchtigkeit bei Hündinnen?

Zur Scheinträchtigkeit kommt es, wenn das Progesteron zu schnell abgebaut wird. Dies hat nämlich zur Folge, dass dem Organismus eine kürzlich stattgefundene Geburt vorgegaukelt wird. Nun kommt Prolaktin ins Spiel – ein Hormon, dass für den Milcheinschuss zuständig ist -.

Nicht bei allen Hündinnen kommt es nach der Läufigkeit zur Scheinträchtigkeit. Ob eine Hündin Scheinträchtig wird hängt von den individuellen Voraussetzungen des Tieres ab und ist von Hund zu Hund unterschiedlich.

Ob es zur Scheinträchtigkeit kommt hängt unter anderem eng mit dem Abfall des Progesteron-Spiegels zusammen. Fällt der Progesteron-Spiegel der Hündin sehr schnell ab, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Scheinträchtigkeit kommt höher als wenn das Hormon langsam und gleichmäßig abgebaut wird.

Wann stellt die Scheinträchtigkeit ein Problem dar?

Wenn die Scheinschwangerschaft normal abläuft, werden Sie in den meisten Fällen kaum etwas davon mitbekommen. Allerdings kann es durch den hohen Prolaktin Haushalt im Körper auch zu Wesensveränderungen bei der Hündin kommen.

Folgende Wesensveränderungen sind typisch für scheinträchtige Hündinnen:

  • Nestbau
  • Großes Bedürfnis nach Nähe
  • Starker Drang nach Aufmerksamkeit
  • Leicht aggressives Verhalten – insbesondere in Zusammenhang mit dem Nest
  • Angeschwollenes Gesäuge
  • Depressives Verhalten & Lustlosigkeit

Um eine Entzündung des Gesäuges aufgrund eines Milchstaus zu verhindern, sollten Sie dieses regelmäßig in Augenschein nehmen. Zu einem Milchstau kommt es, wenn die Hündin extrem viel Milch produziert. Eine Gesäugeentzündung erkennen Sie daran, dass das Gesäuge stark geschwollen und warm ist. Zudem lässt sich im Falle einer Entzündung häufig eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit feststellen.

Tipp: Um zu verhindern, dass Ihre Hündin sich zu sehr in die Scheinschwangerschaft hineinsteigert, sollten Sie alle Spielzeuge wegräumen und sich vermehrt mit Ihrem Liebling beschäftigen.

Wie lange dauert eine Scheinträchtigkeit an?

Wie lange die Scheinträchtigkeit andauert lässt sich nicht pauschal sagen. Theoretisch können die Symptome jedoch bis zu 30 Tage lang anhalten. In den meisten Fällen müssen Sie während dieser Zeit nichts unternehmen. Schließlich handelt es sich nicht um eine hormonelle-Dysfunktion sondern um einen ganz natürlichen Prozess, der sich selbst reguliert.

Nur in seltenen/extremen Fällen kann es sinnvoll sein, zum Tierarzt zu gehen. Dieser kann Ihrer Hündin ein Medikament geben, dass sie beruhigt oder die Prolaktin-Produktion hemmt.

Ratsam ist der Gang zum Tierarzt allerdings erst dann, wenn Ihre Hündin besonders aggressiv wird, stark depressiv ist oder zu viel Milch produziert.

Achtung: Auch wenn in einigen Hundeforen proklamiert wird, dass sich die Scheinträchtigkeit beenden lässt, wenn Sie die Milch abpumpen sollten Sie jegliche Manipulation des Gesäuges unterlassen, da auf diese Art und Weise nur die Milchproduktion angeregt wird.

Die oben genannten Informationen sind nicht zur Selbstdiagnose geeignet. Sollte Ihr Tier Anzeichen einer Erkrankung aufzeigen, empfehlen wir Ihnen dringend einen Tierarzt aufzusuchen.

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