Hundeerziehung

Damit die Beziehung zwischen Mensch und Hund harmonisch verläuft und nicht im Chaos endet, ist die Erziehung des geliebten Vierbeiners vom Welpenalter an ein muss. Schließlich möchte niemand, dass sein Hund auch im Erwachsenen Alter auf die Idee kommt, die neuen Schuhe zu zerkauen, auf den Badezimmerteppich zu pinkeln oder während des Freilaufs auf Durchzug zu schalten. Auf Hunde-informationen.de stellen wir Ihnen jede Menge Artikel zur Verfügung, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihren Hund besser zu verstehen und die Erziehung Ihres Lieblings zu meistern. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim stöbern!

Die Grundlagen der Hundeerziehung

Warum ist die richtige Erziehung so wichtig?

Unabhängig von der Größe oder Rasse sollte jeder Hund von Anfang an gut erzogen werden. In den ersten Lebensmonaten werden die Weichen für das spätere Leben gestellt.

Wird ein Hund nicht oder nur unzureichend erzogen, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Zudem lassen sich Verhaltensauffälligkeiten nur mit viel Zeit und Training wieder abgewöhnen, wenn sich diese erstmal etabliert haben.

Folgende Probleme können sich ergeben, wenn Sie Ihren Hund nicht richtig erziehen:

  • Sie können Ihren Hund nicht in Ihrer Wohnung zurücklassen, wenn Sie arbeiten gehen, ohne dass dieser Jault oder bellt.
  • An der Leine verhält sich Ihr Vierbeiner wie ein Schlittenhund und zerrt wie verrückt.
  • Ihr Hund nagt auf Einrichtungsgegenständen, Schuhen und anderen Dingen herum
  • Draußen schaltet Ihr Hund auf Durchzug, hört nicht auf den Rückruf und/oder fängt an zu wildern.
  • Ihr Hund springt fremde und bekannte Menschen an oder fängt an zu knurren, so wie diese sich ihm nähren
  • Es gibt Probleme mit der Stubenreinheit

Um solche oder andere Probleme zu vermeiden, sollten Sie so früh wie möglich mit der Erziehung Ihres Hundes beginnen. Sie sollten allerdings bedenken, dass Jeder Hund seine Eigenheiten hat, die es bei der Erziehung zu berücksichtigen gilt. Daher sind alle auf dieser Seite dargestellten Informationen in erster Linie als Ratschläge und nicht als allgemeingültiges „Rezept“ zur Hundeerziehung gedacht.

 Tipps für die Hundeerziehung

Durchhaltevermögen und Konsequenz

Wenn Sie Ihren Welpen erziehen sollten Sie darauf achten, dass es keine Abweichungen von einmal festgelegten Regeln gibt. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, sollten sich alle Familienmitglieder über die Erziehungsgrundsätze einig sein und diese auch befolgen. Es wäre mehr als kontraproduktiv, wenn Ihr Partner dem Welpen erlaubt aufs Sofa zu gehen, obwohl Sie das nicht wollen. Ein erstmal gewonnenes Recht wird Ihr Liebling nicht so schnell wieder aufgeben. Gleiches gilt auch für Gäste. Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Hund später wahllos Menschen anspringt, sollten sich auch all Ihre Bekannten daran halten und Ihren Liebling nicht dazu animieren. Bedenken Sie immer, dass Ihr Hund irgendwann mal ausgewachsen ist und ab diesem Zeitpunkt von vielen nicht mehr als klein und niedlich wahrgenommen wird. Um sich selbst einen Gefallen zu tun und sich in Zukunft viel Arbeit zu ersparen ist Konsequenz das A und O.

Lernatmosphäre

Um Ihrem Welpen das lernen zu erleichtern sollten Sie für ein entsprechendes Umfeld sorgen. Insbesondere während der täglichen Übungseinheiten ist es wichtig, dass Ihr Welpe konzentriert ist. Daher ist es während der Anfangsphase empfehlenswert, mögliche Ablenkungsfaktoren beim Training zu vermeiden. Schließlich ist für Welpen alles furchtbar spannend. Ob es sich nun um einen Laubhaufen, den Staubsauger oder Eichhörnchen im Garten handelt, Welpen wollen alles erkunden und lassen sich schnell ablenken. Daher sollten Sie das Training anfänglich an Orten durchführen, an denen Sie mit Ihrem Liebling ungestört üben können. Wenn die ersten Grundkommandos sitzen, können Sie das Training auch in einem Park oder anderen öffentlichen Orten durchführen, damit Ihr Vierbeiner lernt mit Ablenkung umzugehen.

Loben Sie Ihren Hund immer zum richtigen Zeitpunkt

Um Fortschritte bei der Erziehung zu machen, ist es wichtig, dass Sie Ihren Hund immer zum richtigen Zeitpunkt loben. Hunde leben im hier und jetzt. Wenn Sie Ihren Hund beispielsweise ins Sitz bringen und ihm das Leckerlie in dem Moment geben, in dem er wieder aufsteht, wird er die Belohnung nicht mehr mit dem Sitz verknüpfen. Gleiches gilt für Bestrafungen. Es nützt nichts, wenn Sie mit Ihrem Hund schimpfen, wenn die ausschlaggebende Situation längst wieder vorbei ist. Das es sinnvoll ist einen Hund für die zerbissene Fernbedienung zu tadeln, wenn man eine Stunde später wieder nachhause kommt, ist schlicht falsch. Hunde verknüpfen Lob oder Tadel immer mit dem aktuellen Geschehnis.

Tipp: Um Ihren Hund immer im richtigen Zeitpunkt zu belohnen empfiehlt sich die Verwendung eines Clickers.

Wiederholungen und Geduld

Hundeerziehung ist ein Prozess. Wie Kinder können auch Welpen nicht von heute auf Morgen erzogen werden. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Welpe etwas länger braucht, um zu verstehen, was Sie von ihm wollen. Bleiben Sie stattdessen geduldig und wiederholen Sie die Übung zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn Sie zu viel auf einmal von Ihrem Hund verlangen, kann ihn dies überfordern. Daher sollten Sie das Training auf mehrere kurzen Einheiten täglich verteilen. Irgendwann wird der Knoten Platzen und Ihr Hund wird das tun, was Sie von ihm verlangen Um die für die nötige Motivation zu sorgen, eignen sich Leckerlis und lobende Worte an der richtigen Stelle. Außerdem sollten Sie das Training immer mit einem Erfolgserlebnis abschließen. So verliert Ihr Hund nicht die Lust, da er das Training mit etwas positivem verknüpft.

Tipp: Wenn Sie bei der Hundeerziehung nicht weiterkommen, raten wir Ihnen sich an einen erfahrenen Hundetrainer zu wenden.

So können Sie Ihren Hund auf seinen Namen konditionieren

Der Rückruf gehört zu den wichtigsten Kommandos bei der Hundeerziehung und sollte so oft es geht trainiert werden. Verbinden Sie den Namen Ihres Lieblings immer mit etwas positivem. Nennen Sie beispielsweise seinen Namen, wenn Sie mit ihm rausgehen möchten, das Futter bereit ist oder Sie eine Runde mit ihm toben wollen. So wird ihr Welpe schnell verstehen, dass etwas Positives passiert, wenn Sie seinen Namen rufen. Draußen können Sie beim Rückruftraining in die Hocke gehen, wenn Sie Ihren Liebling rufen. Dabei sollte Ihr Oberkörper gerade bleiben, damit Sie keinen bedrohlichen Eindruck auf Ihren Hund machen. Wenn Ihr Vierbeiner dann Schwänzchen wackelnd auf Sie zukommt ist große Freude angesagt. Loben Sie Ihren Hund überschwänglich, wenn er bei ihnen ist und belohnen Sie ihn mit einem Leckerli.

Tipp: Wenn Ihr Welpe nicht kommt, können Sie eine Schleppleine einsetzen.

Zeigen Sie Ihrem Hund was erlaubt ist

Zur Hundeerziehung gehört auch, dass Ihr Welpe lernt, wo seine Grenzen sind. Hierzu sollten Sie Ihrem Hund vom ersten Tag an klarmachen, was er darf und was nicht. Wie bereits erwähnt sollten Sie zuvor festlegen, welche Verhaltensweisen Sie in Zukunft durchgehen lassen werden und welche nicht. So sollten Sie Ihrem Welpen beispielsweise von Anfang an verbieten im Garten zu buddeln, wenn Sie dies eigentlich nicht wollen. Wenn Ihr Welpe dann etwas „verbotenes“ tut, müssen Sie schnell sein und ihn noch im selben Moment tadeln, damit er den Zusammenhang versteht. In der Regel lernen Welpen relativ zügig, was erlaubt ist und was nicht solange Sie konsequent bleiben.

Achtung: Gewalt hat in der Hundeerziehung absolut nichts verloren.

So bekommen Sie Ihren Welpen stubenrein

Mit zu den ersten Dingen, die Ihr Hund lernen muss, gehört die Stubenreinheit. Auch wenn Ihr Welpe nicht sofort lernen wird, dass er sein Geschäft vor der Tür verrichten soll, hängt es maßgeblich von Ihrer Beobachtungsgabe und Ihren Reaktionsfähigkeiten ab, wie schnell Ihr Liebling Stubenrein wird.

Folgende Ratschläge können helfen, damit Ihr Hund stubenrein wird

  • Bringen Sie Ihren Welpen alle 2 Stunden vor die Tür, damit er sich dort erleichtern kann
  • Lassen Sie Ihren Hund nach jedem Nickerchen, nach dem Spielen und nach jeder Mahlzeit nach draußen.
  • Beobachten Sie Ihren Hund genau! Wenn er unruhig hin und herläuft kann es sein, dass raus muss.
  • Loben Sie Ihren Hund überschwänglich, wenn er draußen sein Geschäft gemacht hat.

Sollte Ihrem Welpen mal ein Missgeschick passieren, ist dies kein Weltuntergang. Schnappen Sie sich Ihren Liebling wortlos(!) und tragen Sie ihn nach draußen.

Achtung: Wie immer bei der Hundeerziehung ist auch bei der Stubenreinheit Geduld angesagt. Während einige Hunde schon nach wenigen Wochen Stubenrein sind, benötigen andere etwas länger. Dies ist ganz normal und kein Grund aufzugeben oder ihren Hund verantwortlich zu machen.

Das Grundgehorsam

Kommando Sitz

Sitz ist in der Regel das erste Kommando, dass dem Welpen antrainiert wird. Damit Ihr Hund sich auf Kommando hinsetzt können Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Halten Sie ein Leckerli so in der Hand, dass Sie mit Ihrem Zeigefinger nach oben zeigen können.
  • Halten Sie Ihrem Hund das Leckerli nun vor die Nase und führen Sie Ihre Hand langsam nach oben.
  • In dem Moment, in dem Ihr Hund nach oben schaut (dem Leckerli hinterher) geht das Hinterteil meist wie von allein nach unten.
  • Wenn Ihr Welpe dann sitzt können Sie ihn in diesem Moment Loben und ihm das Leckerli geben.
  • Verknüpfen Sie den Moment, in dem sich Ihr Liebling hinsetzt mit dem Kommando „sitz“
  • Wiederholen Sie das Training mehrmals täglich, bis Ihr Hund sich auch ohne das Leckerli hinsetzt.

Wichtig: Zu beginn des Trainings sollten Sie ihren Hund noch nicht zu lange sitzen. Lösen Sie das Kommando daher unbedingt so schnell wie möglich mit einem „OK“ oder einem anderen Wort wieder auf. Außerdem sollten nicht das Hinterteil Ihres Lieblings nach unten drücken, wenn er sich nicht schnell genug hinsetzt

Kommando Platz

So können Sie vorgehen, um Ihrem Hund das „Platz“ beizubringen

  • Klemmen Sie sich ein Leckerli so unter den Daumen, dass Ihr Hund nicht herankommt.
  • Zeigen Sie Ihrem Welpen das Leckerli und lassen Sie ihn kurz daran schnuppern
  • Führen Sie Ihre Hand nun langsam nach unten, während Sie sich hinhocken (die Handinnenfläche zeigt dabei auf den Boden)
  • Bleiben Sie in der Hocke
  • Mit etwas Geduld wird sich Ihr Hund nun hinlegen, um an die Belohnung zu gelangen
  • In dem Moment, in dem sich Ihr Hund hinlegt können Sie das Leckerli freigeben und Ihren Liebling loben
  • Wiederholen Sie die Übung einige Male und verknüpfen Sie den Augenblick des Hinlegens mit dem Signal Platz.

Achtung: Wie beim „Sitz“ sollten Sie das Signal schnell wieder auflösen.

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