Einen Welpen kaufen – Bin ich bereit?

Wenn Sie  einen Welpen kaufen wollen, haben Sie sich bestimmt schon Gedanken rund ums Thema Hundehaltung gemacht. Schließlich kann ein Welpe Ihren Alltagstrott komplett auf den Kopf stellen. Insbesondere während der Anfangszeit braucht Ihr neues Familienmitglied viel Zeit, Liebe und Geduld. Ob Sie bereit für einen Welpen sind und was auf Sie zukommt, wenn Sie sich einen Welpen anschaffen erfahren Sie in diesem Artikel. 

Bin Ich bereit für einen Welpen?

Wenn Sie die folgenden Fragen für sich mit einem „Ja“ beantworten können, steht der Anschaffung eines Welpen nichts mehr im Wege. Sie sind ausreichend vorbereitet, haben alle Eventualitäten bedacht und können sich auf Ihren Vierbeiner freuen.

Sollten Sie bei manchen Punkten Bedenken haben oder sich unsicher sein, empfehlen wir Ihnen, Ihre Entscheidung zu überdenken. In den meisten Fällen gibt es für jedes Problem eine Lösung. Dennoch sollten Sie sich unbedingt bewusst sein, dass es eine weitreichende Entscheidung ist, einen Welpen zu kaufen. Wenn alles gut geht wird Ihr Hund Sie für die nächsten Jahre begleiten.

Leider werden nach wie vor viele Hunde schon nach kurzer Zeit von Ihren vollkommen überforderten Besitzern abgegeben. Die Opfer solcher “Fehlkäufe” kommen meist ins Tierheim, wo sie einer ungewissen Zukunft entgegen sehen.

Haben Sie genügend Zeit für einen Welpen?

Nicht nur die Aufzucht eines Welpen nimmt viel Zeit in Anspruch. Auch wenn Ihr Liebling ausgewachsen ist benötigt er viel Zuwendung und Beschäftigung. Vor dem Kauf eines Welpen sollten Sie folglich sicherstellen, dass Sie ausreichend Zeit für Ihren Welpen haben und das nicht nur während der ersten Wochen sondern je nach Rasse auch in 10-15 Jahren. Wenn Sie einen Hund haben, bedeutet dies, dass Sie nicht spontan in den Urlaub fahren können, ohne den Hund mitzunehmen oder für eine geeignete Unterbringung zu sorgen. Auch im Alltag müssen Sie als Hundehalter hin und wieder Abstriche machen. Wenn Ihr Welpe bei Ihnen einzieht, sollte gewährleistet sein, dass dieser während der ersten Wochen rund um die Uhr betreut werden kann.

Sind Sie konsequent genug für die Welpenerziehung?

Welpenerziehung ist mehr oder weniger ein Vollzeitjob, der mit dem wöchentlichen Besuch der Hundeschule nicht getan ist. Ein Welpe wird mit zunehmendem Alter zusehends seine Grenzen austesten. Verhaltensweisen, die bei einem wenige Wochen alten Welpen noch recht niedlich erscheinen mögen, entwickeln sich recht schnell zu nervigen Verhaltensauffälligkeiten, die sich beim Erwachsenen Hund nur mit sehr viel Zeit und Mühe wieder abtrainieren lassen. Stellen Sie also sicher, dass Sie und alle an der Erziehung beteiligten Familienmitglieder über die nötige Reife und Konsequenz verfügen um einen Welpen zu erziehen.

Tipp: Hier finden Sie einige Trainingsanleitungen für die wichtigsten Grundkommandos.

Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden?

Sie sollten sich nur dann einen Welpen kaufen,  wenn alle Familienmitglieder wirklich damit einverstanden sind. Auch wenn Hunde sich in der Regel eine feste Bezugsperson aussuchen, so ist es doch von ungemeiner Wichtigkeit, dass Ihr Hund von allen anderen Personen in Ihrem Haushalt akzeptiert und geliebt wird. Denken Sie auch daran, die Zuständigkeiten so gut es geht im Vorfeld zu klären und untereinander aufzuteilen. So kennt jeder seine Aufgaben, wenn der Welpe eingezogen ist und Unstimmigkeiten werden vermieden.

Sind Sie finanziell dazu in der Lage einen Hund zu halten?

Wenn Sie einen Welpen kaufen ist es mit den Anschaffungskosten nicht getan! Obwohl Geld selbstverständlich nicht der ausschlaggebende Grund sein sollte, müssen Sie sich dennoch darüber im Klaren sein, dass die Haltung eines Hundes mit hohen Kosten verbunden sein kann. Die monatlichen Unterhaltskosten für Futter, Spielzeug, Steuer und eventuelle Versicherungen müssen Sie sich ebenso leisten können, wie die Kosten für tierärztliche Untersuchungen, regelmäßige Impfungen sowie die Hundeschule. Um  Ihnen einen Überblick über die möglicherweise anfallenden Kosten zu geben, haben wir diese in einem gesonderten Beitrag für Sie zusammengefasst.

Tipp: Mehr Informationen zu den monatlichen Kosten eines Hundes 

Wird Ihr Hund ausreichend Kontakt zu Artgenossen bekommen?

Soziale Kontakte sind für Hunde genauso wichtig wie für uns Menschen. Um Ihrem Hund ein möglichst artgerechtes Leben bieten zu können, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Hund genügend Kontakt zu Artgenossen bekommt. Kontakt zu anderen Hunden ist nicht nur während der Welpenzeit wichtig. Auch ein Erwachsener Hund sollte regelmäßig mit Artgenossen toben dürfen. Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis und/oder Ihrer Nachbarschaft keine Hundebesitzer haben, werden Sie mit Sicherheit in den sozialen Netzwerken fündig. Auch die meisten Hundeschulen haben regelmäßige Spielstunden im Angebot, während derer Ihr Hund nach Lust und Laune spielen kann.

Was passiert wenn Sie krank- oder im Urlaub sind.

Als Hundehalter stehen Sie in der Verantwortung einen geeigneten Platz für Ihren Liebling zu finden, wenn Sie in den Urlaub fahren oder aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu in der Lage sind sich um Ihren Hund zu kümmern. Optimal wäre es , wenn Sie Ihren Hund mit in den Urlaub nehmen könnten. Da dies auf Fernreisen jedoch oftmals nicht möglich ist, müssen Sie entweder auf Ihren Urlaub verzichten oder einen Pflegestelle für diesen Zeitraum finden. Für den Fall der Fälle ist es natürlich am besten, wenn Sie Ihren Hund zu ihm bekannten Familienmitgliedern oder guten Freunden bringen könnten. Alternativ stellen Tierpensionen eine geeignete Option dar. Wir empfehlen Ihnen sich frühzeitig um eine Unterbringung zu kümmern, an die Sie sich im Notfall wenden können.

Sind Sie bereit täglich mit Ihrem Hund spazieren zu gehen?

Insbesondere junge, sportliche Hunde benötigen viel Bewegung. Doch auch ruhigere Zeitgenossen und ältere Vierbeiner genießen gemeinsame Spaziergänge mit Ihren Besitzern. Als zukünftiger Hundehalter müssen Sie sich bewusst sein, dass Ihr Hund täglich mindestens dreimal täglich vor die Tür muss. Auch wenn Sie nicht jedes Mal kilometerlange Wanderungen mit Ihrem Vierbeiner unternehmen müssen, sollten Sie dennoch sicherstellen, dass Ihr Hund  sich genügend bewegen kann. Dabei ist es Ihrem Hund übrigens schlichtweg egal, ob es draußen regnet, hagelt oder schneit. Als Hundebesitzer müssen Sie bei Wind und Wetter raus!

Lässt Ihre aktuelle Wohnsituation Hundehaltung zu?

Um Probleme mit Ihrem Vermieter von vornherein zu vermeiden, raten wir Ihnen sich zu vergewissern, ob Ihr Mietvertrag die Haltung eines Hundes erlaubt. Etwaige Unstimmigkeiten sollten Sie direkt mit Ihrem Vermieter klären. Am Besten ist es selbstverständlich, wenn Sie eine unterschriebene Einverständniserklärung haben, auf die Sie sich berufen können. So lassen sich Probleme umgehen und Sie müssen sich keine Sorgen über Auseinandersetzungen oder gar Rechtsstreitigkeiten mit Ihrem Vermieter machen. Transparenz und offene Worte zahlen sich in diesem Fall definitiv aus.

Reagieren Sie oder ein Familienmitglied allergisch auf Hunde?

Um unschöne Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie sich sicher sein, dass keines Ihrer Familienmitglieder eine Hundehaarallergie hat. Im Zweifelsfall sollten Sie einen entsprechenden Test durchführen lassen.

Zu den typischen Symptomen einer Hundehaarallergie gehören neben Atemnot auch tränende Augen und Hustenreiz.

Haben Sie ein Auto oder eine andere Transportmöglichkeit?

Als zukünftiger Hundebesitzer sollten Sie die Möglichkeit haben, Ihren Welpen mit dem Auto zu transportieren. Dies ist nicht nur von Vorteil, wenn Sie vorhaben, mit Ihrem Liebling in den Urlaub zu fahren, sondern ist auch im Notfall die beste Option um Ihren Hund schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen. Damit Ihr Hund während der Fahrt optimal geschützt ist, empfiehlt sich die Anschaffung einer geeigneten Hundebox. So ist Ihr Hund auch bei einem Unfall sicher und kann nicht durch das Auto geschleudert werden.

Wie lange wird Ihr Hund alleine sein müssen?

Das ein Welpe während der ersten Lebenswochen im neuen Zuhause nur kurzzeitig alleine bleiben darf, sollte jedem Hundebesitzer klar sein. Doch auch wenn Ihr Hund älter ist, sollte er niemals länger als fünf bis sechs Stunden allein bleiben müssen. Hunde sind Rudeltiere und brauchen den Kontakt zu Ihrem Rudel um sich wohl zu fühlen. Stellen Sie also vor der Anschaffung sicher, dass Ihr Hund nicht lange allein bleiben muss.

Sind Sie bereit Ihren Hund entsprechend seiner Veranlagungen zu beschäftigen?

Hunde sind intelligente Tiere, die ausreichend Beschäftigung benötige um körperlich und geistig ausgelastet zu sein. Damit sich Ihr Hund bei Ihnen gut aufgehoben fühlt, sollten regelmäßige Trainingseinheiten genauso auf dem Stundenplan stehen wie gemeinsame Spielpausen.

Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihren Vierbeiner entsprechend seiner Veranlagungen und Fähigkeiten fordern und fördern. Anregungen für sinnvolle Aktivitäten finden Sie unter anderem auf unserer Seite.

Achtung: Bitte kaufen Sie Ihren Welpen nur bei einem seriösen Züchter. Natürlich gibt es auch gute Züchter außerhalb der Zuchtverbände. Dennoch gibt es immer mehr Vermehrer die sich weder um die Gesundheit der Welpen noch des Muttertiers kümmern. Seien Sie also Misstrauisch wenn Sie einen Welpen kaufen und lassen Sie sich die Gesundheit der Elterntiere belegen.

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