Bouvier des Flandres

Der Bouvier des Flandres ist eine alte belgische Hunderasse, welche auch als flandrischer Treibhund bekannt ist. Alles was Sie über die charakterlichen Eigenschaften des Bouviers wissen müssen, sowie weitere rassespezifische Informationen zur Haltung, Geschichte und Erziehung erhalten Sie hier bei uns.

Steckbrief

Größe (Widerristhöhe) Rüden: 62 - 68 cm, Hündinnen: 59 - 65 cm
Gewicht Rüden:  35 - 40 Kg Hündinnen: 27 - 35 Kg
Lebenserwartung 10 - 12 Jahre
Herkunftsland Belgien
FCI Nummer 191

Geschichtliches

Wie der Name der Rasse schon vermuten lässt stammt der Bouvier des Flandres ursprünglich aus Flandern. Bouvier bedeutet zu Deutsch übrigens so viel wie „Rinder hüten“. Die

Geschichte des Rinderhütenden Bouviers reicht mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit und lässt sich bis zu seinen Urahnen, den Mastiffs zurückverfolgen. Diese kamen während des niederländischen Unabhängigkeitskrieges an der Seite spanischer Soldaten nach Flandern und kreuzten sich mit den einheimischen Hunden und rauhaarigen Hunden aus England. So entstand im Laufe der Zeit der Bouvier. Die Aufgabe der Hunde bestand hauptsächlich darin, die Rinder der Farmer zu treiben. Hierzu entwickelten die Hunde eine spezielle Technik, die daraus bestand, störrische Rinder mit Ihrer ganzen Kraft anzuspringen, um diese in die gewünschte Richtung zu treiben.

Aufgrund ihrer Stärke fanden einige Bouviers auch als Treidelhunde Verwendung. Dabei zogen Sie vom Ufer aus Schiffe auf den Kanälen und die Milchkarren der Bauern. In einigen Regionen war es üblich die Bouviers zu kupieren, um einem Parasitenbefall vorzubeugen.

Auch wenn der Bouvier schon eine alte Rasse ist. wurde der Bouvier des Flandres erstmalig 1910 auf einer Ausstellung für Hunde präsentiert.  Erst 12 Jahre später kam in Belgien zur offiziellen Anerkennung und Festlegung des Standards. Durch den FCI.wurde der Bouvier erst im Jahr 1910 offiziell anerkannt.

In den Kriegswirren des zweiten Weltkrieges kamen Bouviers beim Militär zum Einsatz. Dort wurden Sie zur Suche nach Verwundeten Soldaten sowie als Botenhunde eingesetzt. Nach Kriegsende wäre die Rasse durch die vielen Verluste und die zunehmende Industrialisierung beinahe komplett von der Bildfläche verschwunden.

Dank engagierter Zuchtprogramme in den 20er Jahren konnte man den Bouviers des Flandres jedoch retten. Heutzutage ist aus dem ehemaligen Gebrauchshund ein beliebter Familienhund geworden.

Aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinns und seines Schutztriebs findet man bis heute Bouviers im behördlichen Einsatz.

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Erscheinungsbild des Bouvier des Flandres

Mit einer Widerristhöhe von bis zu 68 cm beim Rüden und einem Körpergewicht von etwa 40 Kg ist der Bouvier eine imposante Erscheinung.

Das raue Deckhaar der Hunde ist lang und stellt in Verbindung mit der dichten Unterwolle einen effektiven Schutz vor Nässe und Bissverletzungen dar. Das Fell hat eine dunkle bis graue Färbung und ist bei vielen Rassevertretern schwarz gestromt oder gewolkt. Dem Rassestandard zufolge ist ein weißer Brustfleck erlaubt.

Vom Körperbau her ist der Bouvier des Flandres ein kompakter, gut bemuskelter Hund mit einem nahezu quadratischen Format (Die Widerristhöhe entspricht ungefähr der Körperlänge).

Der Kopf ist von mittlerer Größe, kräftig und verfügt über den charakteristischen Schnauz- und Kinnbart. Der Stop ist nur schwach erkennbar. Die Schlappohren stehen leicht ab, sind mittellang und ähneln in ihrer Form einem Dreieck.

Der Hals, insbesondere der Nacken ist kräftig, ordentlich bemuskelt und geht in den verhältnismäßig kurzen Rücken über, welcher wiederum in einer breiten Lendenpartie endet. Gut ins Gesamtbild passt auch die breite Brust, welche bis zu den Ellenbogen reicht.

Wesen

Der Bouvier ist für seine beeindruckende Leistungsfähigkeit, seine Selbstständigkeit und nicht zuletzt für seine Tapferkeit bekannt. Auch wenn Bouviers eine mächtige Erscheinung darstellen, sind Sie ihren Menschen gegenüber treu ergeben und beschützen diese, wenn es sein muss mit ihrem Leben.

Im Umgang mit Kindern gelten Bouviers als absolut souverän und zuverlässig.

Fremden gegenüber zeigen sich die Hunde zunächst zurückhaltend, tauen aber in der Regel schnell auf.

Wie viele Hunde, die dazu gezüchtet wurden, selbstständig zu arbeiten, hat der Bouvier einen gewissen Dickkopf, der einen Teil seines Charakters ausmacht und mit dem man umzugehen wissen muss.

Ein gut erzogener Bouvier zeigt sich im Alltag als ausgeglichener, wachsamer und treuer Familienhund.

Damit sich Ihr Bouvier rundum wohl fühlt muss er unbedingt beschäftigt werden. Bouviers lieben Entdeckungstouren in der freien Natur genauso wie Agility, Fährtenarbeit oder das laufen am Fahrrad. Doch auch wenn es sich um aktive Hunde handelt, sollten Sie bedenken, dass der Bouvier eine Menge Gewicht mit sich herumträgt und insbesondere während der warmen Jahreszeit nicht so leistungsfähig ist, wie ein kleinerer Hund.

Erziehung

Wenn ein Bouvier-Welpe bei Ihnen einzieht ist dies selbstverständlich eine aufregende und spannende Zeit.

Dennoch sollten Sie nicht vergessen, dass aus Ihrem Welpen in Zukunft ein bis zu 40 Kilogramm schwerer und entsprechend kräftiger Hund wird. Aus diesem Grund sollten Sie nach einer kurzen Eingewöhnungsphase so schnell wie möglich mit der Erziehung Ihres Vierbeiners beginnen.

Dabei ist es wichtig, dass Sie die nötige Konsequenz an den Tag legen und geduldig bleiben. Auch wenn sich Bouviers in der Regel eine Bezugsperson innerhalb der Familie auswählen, sollten in Beziehungsfragen alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen.

Absoluten Gehorsam wie beispielsweise von einem Schäferhund werden Sie von Ihrem Bouvier nicht erwarten können. Mit Einfühlungsvermögen, der richtigen Motivation und dem entsprechenden Sachverstand wird sich aus Ihrem Vierbeiner aber mit Sicherheit ein zuverlässiger Begleiter entwickeln.

Da Bouviers Spätentwickler sind, sind sie erst mit rund 2 ½ Jahren geistig und körperlich ausgereift.

Zur Sozialisierung mit anderen Hunden empfiehlt sich der Besuch einer Welpenspielgruppe. So lernt Ihr Bouvier spielerisch den Umgang mit Artgenossen und kann sich zu einem selbstbewussten und offenen Hund entwickeln.

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Fellpflege beim Bouvier des Flandres

Wenn Sie vorhaben, sich einen Bouvier des Flandres anzuschaffen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie auch für die Fellpflege verantwortlich sind. Doch keine Angst! Diese nimmt beim Bouvier weniger Zeit in Anspruch als bei so manch anderer langhaarigen Hunderasse.

Für eine ordentliche Fellpflege genügt es in der Regel, den Bouvier ein-zweimal wöchentlich durchzubürsten. Kleine Ästchen, Erde und was sich sonst so bei Spaziergängen ansammeln kann, sollten Sie zeitnah entfernen. So lassen sich Verknotungen und Verfilzungen vermeiden.

Um Ihren Rücken zu schonen sollten Sie Ihren Vierbeiner frühzeitig an das Bürsten auf einem Tisch gewöhnen.

Alternativ können Sie die Fellpflege Ihres Bouviers auch einem erfahrenen Groomer überlassen. Dabei sollten Sie jedoch bedenken, dass Sie zwar Zeit gewinnen aber dafür viel Geld bezahlen müssen. Viele gute Groomer lassen sich Ihre Zeit einiges Kosten, so dass es sinnvoll ist die Fellpflege selbst zu übernehmen.

Häufige Krankheiten

Der Bouvier des Flandres ist eine gesunde und robuste Hunderasse. Rassetypische Erkrankungen sind bei Hunden aus seriösen Zuchtstätten so gut wie unbekannt. Wie bei allen anderen Hunden Großer Rasse kommt es allerdings auch beim Bouvier immer wieder zu Gelenkserkrankungen, die sowohl erblich bedingt als auch aufgrund von Haltungsfehlern auftreten können.

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Bei der Hüftgelenksdysplasie handelt es sich um eine verhältnismäßig häufig auftretende, degenerative Erkrankung. Dabei ist das Hüftgelenk der betroffenen Hunde entweder ein- oder beidseitig so deformiert, dass das Gelenk nicht richtig in der dafür vorgesehenen Rinne sitzt und folglich immer ein wenig „Spiel“ hat.

Dies führt zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen an den Gelenken.

Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Hüftgelenksdysplasie zu Entzündungen der Gelenke und Arthritis sowie damit einhergehenden Bewegungseinschränkungen und Schmerzen kommen.

Zu den Symptomen einer Hüftgelenksdysplasie gehört eine allgemeine Bewegungsunlust, Schonverhalten sowie ein erhöhtes Schmerzempfinden. Um eine Erkrankung Ihres Bouviers so gut es geht ausschließen zu können, raten wir Ihnen sich die Gesundheit der Elterntiere Ihres Bouviers vom Züchter nachweisen zu lassen.

Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Welpe keine Treppen läuft und nicht zu schnell wächst (das Wachstum lässt sich durch eine geeignete Ernährung beeinflussen). Eine gesicherte Diagnose lässt sich nur durch Röntgenaufnahmen stellen.

Ellbogendysplasie (ED)

Die Ellbogendysplasie ist eine chronisch verlaufende Krankheit, von der das Ellbogengelenks großer Hunde betroffen sein kann.

ED ist eine genetisch bedingte Entwicklungsstörung, die während des Wachstums auftritt. Dabei passen die gelenkbildenden Knochenteile nicht so gut zueinander, wie es bei einem gesunden Hund der Fall ist.

Ein schnelles Körpermassewachstum sowie Fütterungsfehler zählen zwar nicht zu den Auslösern, begünstigen aber eine Erkrankung.

ED tritt in der Regel während der fortgeschrittenen Wachstumsphase (zwischen dem vierten und achten Monat) auf. Dabei kommt es zu einer schmerzhaften Missbildung des Ellenbogengelenks und der gelenkbildenden Knochenteile.

Zu den klassischen Symptomen einer Ellenbogendysplasie gehören Probleme beim Aufstehen (insbesondere am Morgen und nach längeren Ruhepausen). Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu Knochenauswüchsen und degenerativen Prozessen an den Gelenken kommen.

ED ist unheilbar. Es ist jedoch möglich Hunde, die an ED erkranken mit Medikamenten lange Zeit schmerzfrei zu halten.

Weitere Informationen zur Gesundheit bei Hunden 

Was kostet ein Bouvier des Flandres?

Der Preis eines Bouviers ist in erster Linie von der Zuchtstätte abhängig, so dass sich diese Frage nicht pauschal beantworten lässt. Man kann jedoch sagen, dass ein Bouvier-Welpe, der von einem seriösen und engagierten  Züchter stammt zwischen 1300€ und 1900€ kostet.

Dabei handelt es sich allerdings um die reinen Anschaffungskosten. Hinzurechnen müssen Sie unter anderem die Ausgaben für die Grundausstattung. Dazu gehören beispielsweise ein Halsband, Spielzeug, ein Fressnapf und weiteres Hundezubehör, dass Sie benötigen, wenn ein Bouvier-Welpe bei Ihnen einzieht.

Seien Sie sich außerdem darüber im Klaren, dass Sie als Hundehalter für den Unterhalt Ihres Vierbeiners verantwortlich sind. Zu den regelmäßig anfallenden Ausgaben für den Unterhalt zählen die Kosten für eine gute Hundehaftpflicht und das Hundefutter, aber auch die Kosten für den Tierarzt sowie regelmäßige Impfungen.

Wenn Sie mit Ihrem Bouvier einem Hundesportverein beitreten- oder an einem Kurs in der Hundeschule teilnehmen wollen, ist dies natürlich auch mit weiteren kosten verbunden.

So finden Sie den richtigen Züchter

Auch wenn die meisten Hundefreunde es kaum erwarten können, Ihren Neuzugang Zuhause begrüßen zu dürfen, nachdem die endgültige Entscheidung gefallen ist, sollten Sie Ihren Züchter mit bedacht wählen.

Wenn Sie noch keinen seriösen Bouvier-Züchter gefunden haben, empfehlen wir Ihnen, sich an einen offiziellen Zuchtverband zu wenden.

Dort sind alle anerkannten Züchter registriert. Auch wenn ein Bouvier aus einer guten Zuchtstätte seinen Preis hat, sollten sie um „günstige“ Angebote aus Internetportalen einen großen Bogen machen.

Während Sie sich bei einem seriösen Züchter sicher sein können, dass Ihr Bouvier mit dem entsprechenden Sachverstand großgezogen wird und gesund ist, wenn er bei Ihnen einzieht, erwartet die Käufer von „billig“ Welpen oft eine böse Überraschung. Viele Hunde, die aus den Händen sogenannter Vermehrer stammen sind krank und/oder leiden unter Missbildungen.

Wenn Sie bei einem Züchter ein gutes Gefühl haben, dieser Ihnen die Gesundheit der Elterntiere belegen kann und seine Welpen vor der Abgabe impfen und chippen lässt steht einem Kauf nichts im Wege.

Hundeversicherung

Hundeversicherungen sind sinnvoller als man vielleicht denken mag. Eine gute Versicherung schützt Sie vor einem finanziellen Engpass, wenn Ihr Bouvier einen Schaden verursacht hat oder in einen Konflikt mit Artgenossen geraten ist.

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen sich mit den gängigen OP-Versicherungen für Hunde auseinanderzusetzen. Solche werden mittlerweile von vielen Versicherungsgesellschaften angeboten und bieten Hundehaltern finanzielle Sicherheit im Falle einer notwendigen Operation.

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